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Zwangloses Spielen

Es gilt zuerst, sich von falschen Schreibgewohnheiten freizumachen. Das geschieht am
besten durch zwangloses Spielen mit schriftähnlichen Formen und unterschiedlichen Materialien, wie kleine Hölzer, Wellpappe, Wäscheklammern, Muscheln, Korken etc. sowie eine Schale Aquarellfarbe.

Auf Papier werden nun Schwünge, Kreise, Striche oder Phantasieformen aufgebracht. Nichts deutet auf einen Buchstaben hin. Diese Übungen dienen der Lockerung des Handgelenkes und der Gewöhnung an die Farbe und unterschiedlichen Schreibmaterialien. Es können auch Experimentierfreude und Vergnügen am Schreiben geweckt werden.

Die erste Schrift

Dann geht es los mit der ersten Schrift, oft mit der humanistischen Kursive oder der Unziale. Aquarellfarbe, Pinsel, eine Bandzugfeder (Stärke 4) und kariertes Papier in Mengen werden benötigt.

Neue Bandzugfedern müssen vor dem ersten Gebrauch abgebrannt werden. Da vom Werk aus die Bandzugfeder mit einem Ölfilm überzogen ist, ist es wichtig, die Feder kurz mit einem Streichholz, einer Kerze etc. abzubrennen. Die Feder anschl. erkalten lassen, und dann kurz unter dem Wasserhahn den Ruß abspülen.

Nun werden Buchstaben für Buchstaben seitenweise auf zwei Zentimeter Höhe geschrieben. Dies geht so lange, bis jeder Bogen und jeder Strich sitzt. Es vergehen Monate, bis man perfekt mit der kleinsten Feder eine Schrift beherrscht. Geduld ist das oberste Gebot beim Schreiben.

Wörter

Die nächste Stufe ist das Schreiben von Wörtern. Wieder vergehen Wochen. Die Abstände zwischen den Buchstaben müssen genau stimmen. Es folgen erste Sätze. Das Alphabet wird zur Selbstverständlichkeit.

Dann kommt der spannendste Tag. Ein kurzer Text soll auf einem großen Blatt gestaltet werden. Linien ziehen, Farben mischen, exaktes Schreiben, gestalten des Textes.

Gestalten heißt, den Text in eine ansprechende Form bringen, damit das Bild im Einklang aus Schrift, Farbe, Papier und Text entsteht. Dabei sind Abstände einzuhalten, der goldene Schnitt zu beachten, Größe der Buchstaben und Sätze zu planen, und das alles auf einem leeren Blatt Papier. Das bedeutet etliche Male vorschreiben, genaues Ausmessen der Zeilen und schreiben, schreiben, schreiben, schreiben.

Wer einige Schriftarten und Grundlagen beherrscht, kann schon nach einiger Zeit individuelle Karten für Freunde, einen eigenen Briefkopf oder eine Präsentation für seinen Lieblingsvers gestalten.